{"id":441,"date":"2014-05-26T00:42:21","date_gmt":"2014-05-25T22:42:21","guid":{"rendered":"https:\/\/mjott.de\/blog\/?p=441"},"modified":"2014-06-18T10:24:37","modified_gmt":"2014-06-18T08:24:37","slug":"schreibtisch-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mjott.de\/blog\/441-schreibtisch-chaos\/","title":{"rendered":"Schreibtisch-Chaos"},"content":{"rendered":"<h4>Von einem der Auszog um die Gnome Shell hinter sich zu lassen.<br \/>\nUnd vermutlich doch bei ihr bleibt.<\/h4>\n<h2>Vergangenheit<\/h2>\n<p>Seit rund drei Jahren ist mein Hauptbetriebssystem Linux, genauer: Die Distribution Ubuntu Linux. Zuerst in der Version 10.10 &#8220;Maverick Meerkat&#8221;, mit Gnome 2 als Standard-Desktopumgebung. Konzeptuell erst einmal keine gro\u00dfe Umstellung, aber deutlich flexibler als das damals schon altersm\u00fcde Windows XP. Warum Windows Vista f\u00fcr mich nicht in Frage kam, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht zu erl\u00e4utern, ich denke das Thema wurde bereits mehr als ausgiebig diskutiert.<br \/>\nZur\u00fcck zu Ubuntu, zur\u00fcck zu Gnome. Auch bei Benutzeroberfl\u00e4chen unter Linux wurde zu der Zeit experimentiert, KDE 3 wurde durch KDE SC 4\/Plasma abgel\u00f6st und Gnome 2 sollte durch einen konzeptuell deutlich verschiedenen Nachfolger Gnome 3 alias Gnome Shell ersetzt werden. Canoncial\/Ubuntu ging einen anderen Weg und baute das urspr\u00fcnglich f\u00fcr Netbooks gedachte Unity zur Standardoberfl\u00e4che der Distribution aus.<\/p>\n<p>Vielleicht ist Unity inzwischen zu einer akzeptablen Arbeitsumgebung gereift, 2011 war sie das aber in meinen Augen nicht. Gnome 2 war flexibel anpassbar, Unity dagegen ein monolithisches System welches weder zu meiner Arbeitsweise passte noch entsprechend zu konfigurieren war. Die Gnome Shell war zu diesem Zeitpunkt kaum mehr als ein sonderbares Proof-of-Concept. Ich blieb unter Ubuntu 11.04 &#8220;Natty Narwhal&#8221; also bei Gnome 2 und entdeckte Gnome Do als schnelle Erg\u00e4nzung zum klassischen &#8220;Startmen\u00fc&#8221;. Mit Ubuntu 11.10 &#8220;Oneiric Ocelot&#8221; wurde Gnome 2 endg\u00fcltig durch Unity ersetzt. Nicht bei mir, ich verzichtete auf das Upgrade und verschob die Entscheidung &#8211; Vor\u00fcbergehend.<\/p>\n<p>Ende 2011 starb mein alter Laptop (Danke NVidia!) und f\u00fcr den Nachfolger hatte &#8220;Natty&#8221; eine eher bescheidene Treiberunterst\u00fctzung. Also doch Ubuntu 11.10, testweise mit der Gnome Shell. Und die Gnome Shell blieb, auch wenn die Version 3.0 im Auslieferungszustand nah an der Grenze zur Unbenutzbarkeit war. Sie war mindestens ebenso monolithisch wie Unity, unterschied sich noch radikaler von Gnome 2 und einige der Entwurfsentscheidungen waren komplett weltfremd (Standby\/Suspend-to-RAM statt Herunterfahren, ernsthaft?!). Gleichzeitig war die Gnome Shell aber optisch deutlich ansprechender, durch Extensions einfach zu &#8220;reparieren&#8221; und von meinem alten Arbeitsmuster mit Gnome Do gar nicht so weit entfernt. Also passte ich die Gnome Shell an meine Bed\u00fcrfnisse an, stellte mich etwas um und war zufrieden.<\/p>\n<p>Mit Ubuntu 12.04 &#8220;Precise Pangolin&#8221; kam die Gnome Shell in Version 3.2. Einige der schlimmsten Fehlentscheidungen wurden revidiert und ich blieb weiter bei Gnome. Allerdings hatte das Upgrade auch einen gewissen Beigeschmack: R\u00fcckw\u00e4rtskompatibilit\u00e4t f\u00fcr Extensions kennt die Gnome Shell nicht. Und auch Version 3.2 war ohne Anpassungen kaum zu gebrauchen &#8230;<\/p>\n<h2>Gegenwart<\/h2>\n<p>Ubuntu 12.04 ist ein LTS-Release, das prinzipiell noch bis 2017 weiter mit (Sicherheits-)Updates versorgt wird. Nun entwickelt sich das Software-\u00d6kosystem weiter und zwei Jahre sind eine lange Zeit. Nach der Freigabe von Ubuntu 14.04 &#8220;Trusty Tahr&#8221; (ebenfalls ein LTS-Release) wollte ich daher die M\u00f6glichkeit eines Upgrades ausloten. Das Ergebnis war ern\u00fcchternd: Die Gnome Shell 3.10 stellt f\u00fcr mich ein klarer R\u00fcckschritt dar. Zwei Beispiele: Die Einteilung von Programmen in Kategorien (B\u00fcro, Internet etc.) wurde \u00fcber Bord geworfen, es gibt nur noch eine endlose unstrukturierte Liste von Programmsymbolen. Au\u00dferdem war es nicht mehr m\u00f6glich zwischen mehreren Ethernet-Netzwerkprofilen zu w\u00e4hlen. Rettende Extensions schienen nicht in Sicht zu sein. Vor Ubuntu &#8220;Trusty&#8221; wurde Gnome Shell 3.12 ver\u00f6ffentlicht, aber nicht mehr in das Release integriert. Ein kurzer Upgradeversuch mit dem <a href=\"https:\/\/launchpad.net\/~gnome3-team\/+archive\/gnome3-staging\" target=\"_blank\">Gnome 3 Staging PPA<\/a> scheiterte an Paketkonflikten und wurde daher schnell abgebrochen.<\/p>\n<p>Als m\u00f6gliche Alternativen zur Gnome Shell kamen f\u00fcr mich KDE und XFCE in Frage, wobei ich rein nach Faktenlage KDE zuerst einmal den Vorzug geben wollte, unter anderem da die Farbmanagement-Integration bei XFCE schlicht und ergreifend nicht existent ist. Au\u00dferdem hatte ich mir erhofft, bei KDE SC 4 auf einen &#8220;moderneren&#8221; Desktop zu sto\u00dfen. Nun, so wie die Gnome Shell mich binnen einer Stunde f\u00fcr sich gewinnen konnte vermochte es KDE mich nur zu verwirren. Ich fand mich in der Oberfl\u00e4che schlecht zurecht und betrachte sie als \u00fcberfrachtet, nicht intuitiv und unstrukturiert. XFCE dagegen ist wenig \u00fcberraschend, aber auch weit von der Dynamik einer Gnome Shell entfernt.<\/p>\n<h2>Zukunft<\/h2>\n<p>Ich habe mich an die Gnome Shell gew\u00f6hnt, sehr sogar. Ich sch\u00e4tze die Mischung aus zur\u00fcckhaltendem Design (und Verhalten, KDE bombardiert den Nutzer ab Werk mit einer Unzahl von Meldungen) und dynamischem Verhalten (dynamische Desktops, Schnellzugriff). Also werde ich mir Gnome Shell 3.12 noch einmal n\u00e4her ansehen. Ein zweiter Installationsversuch war durch Entfernen einiger Ubuntu-Metapakete (die durch entsprechende \u00c4quivalente von Ubuntu-Gnome ersetzt werden konnten) m\u00f6glich. Und scheinbar korrigiert die Version 3.12 einige der Punkte die mich an Gnome Shell 3.10 noch st\u00f6rten. Der Einstellungsdialog st\u00fcrzt zwar direkt nach jedem Start mit einem Segmentation Fault ab, aber ich gehe davon aus, dass diese Probleme sich in n\u00e4chster Zeit noch kl\u00e4ren.<\/p>\n<h2>tl;dr<\/h2>\n<p>Gnome Shell 3.10 ist funktional kaputt &#8211; Und ein Upgrade auf Version 3.12 vielleicht die L\u00f6sung f\u00fcr jemanden der sich mit klassischen Desktops wie KDE und XFCE oder Experimenten wie Unity nicht (mehr) anfreunden kann\/m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einem der Auszog um die Gnome Shell hinter sich zu lassen. Und vermutlich doch bei ihr bleibt. Vergangenheit Seit rund drei Jahren ist mein Hauptbetriebssystem Linux, genauer: Die Distribution Ubuntu Linux. Zuerst in der Version 10.10 &#8220;Maverick Meerkat&#8221;, mit Gnome 2 als Standard-Desktopumgebung. 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