HP Z420 ruhig(er) stellen

Damit Bildbearbeitung richtig Spaß macht, darf der Rechner gerne etwas mehr Leistung haben. Mein, inzwischen schon etwas in die Jahre gekommenes, Thinkpad T520 müht sich doch bisweilen sehr wenn ich mit darktable arbeite. Insbesondere für diesen Zweck habe ich mir daher eine gebrauchte HPZ420 Workstation gekauft, die sich inzwischen in einem erschwinglichen Preisrahmen bewegt. Mit einem Intel Xeon E5-2670 (8 Kerne @ 2,6GHz) und 32GB RAM ist der Rechner schon deutlich leistungsstärker als mein Notebook. Enorm profitiert darktable, dank OpenCL, außerdem von einer nachgerüsteten NVidia GTX1060 (6GB RAM).

Nun bin ich zugleich kein großer Freund von deutlich hörbaren Lüftern. Das Kühlkonzept der Z420 sieht die Verwendung von leistungsstarken, aber relativ kleinen und schnellen Lüftern vor, die dann mit PWM halbwegs gedrosselt werden. In Summe war das für meine verwöhnten Ohren doch etwas zu laut, der Verschleiß nach diversen Betriebsstunden wird da sicher auch seinen Beitrag geleistet haben. Im Folgenden will ich die daher von mir durchgeführten Umbaumaßnahmen beschreiben. Mit dem Endergebnis bin ich durchaus zufrieden, der Rechner ist kaum hörbar und bleibt kühl. Die Bilder zeigen den Zustand nach meinen Modifikationen.

Auslieferungszustand

Bestückt war mein Z420 mit zwei 92mm Lüftern (einer im Netzteil, eine Gehäuselüfter unterhalb), welche Luft aus dem Gehäuse saugen. Zusätzlich ist der Einbau eines dritten Lüfters dieses Typs im unteren Bereich der Front möglich, welcher von vorne Luft ins Gehäuse bläst. Ein weiterer 92mm-Lüfter ist für die Kühlung der CPU zuständig, ein kleinerer 60mm-Lüfter für die hinteren Speicherriegel. Die von HP verbauten Typen (92mm: Delta 0912VH und ähnliche, 60mm: Delta 0612HH) haben dabei ein deutlich größeres maximales Fördervolumen (und auch einen höheren Förderdruck) als die im Handel üblicherweise erhältlichen PC-Lüfter.

Umbaumaßnahmen

Um den Geräuschpegel zu reduzieren wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Austausch des hinteren 92mm-Gehäuselüfters
  • Austausch des 60mm Speicherlüfters
  • Austausch des Prozessorkühlers
  • Einbau eines zweiten 92mm-Gehäuselüfters vorne
  • Austausch des 92mm-Lüfters im Netzteil

Alle ausgetauschten Lüfter wurden durch leisere PWM-regelbare Lüfter ersetzt. Die geringere Förderleistung sollte durch den zweiten Gehäuselüfter kompensiert werden.

Hinterer Gehäuselüfter

Der untere Lüfter war einfach zu tauschen, zum Anschluss an das Mainboard sind nur ggf. vorhandene Führungsnasen mit einem scharfen Messer vom Stecker zu entfernen.

Speicherlüfter

Für den Speicherlüfter konnte ich keinen zufriedenstellend ruhigen Ersatz finden. Wer auf geringen Lärmpegel Wert legt, verbaut einfach keine 60mm-Lüfter. Meine Lösung bestand daher darin, mit dem AFB0612VHC einen dem Original ähnlichen Lüfter zu kaufen und diesen durch einen 10-Ohm-Widerstand (1W) in Serie zur Spannungsversorgung zu drosseln. Zur Montage musste ich außerdem noch einen Distanzring verbauen, da der neue Lüfter mit 13mm dünner ist als der zuvor verbaute mit 25mm. Als Materialquelle diente hierzu eine Unterputzdose.

Prozessorkühler

Der Standard-Prozessorkühler der HPZ440 (zu finden als 749554-001) ist für eine höhere Kühlleistung ausgelegt als der der Z420, aber vollständig kompatibel. Damit kann der Lüfter bei gleicher Last mit geringerer Drehzahl arbeiten. Die Montage ist selbst ist unproblematisch und schnell erledigt. Beim Anschluss ist zu beachten, dass der Lüfterstecker 6-polig ist, bei der Z420 werden nur fünf Kontakte benötigt. Der Stecker muss hier auf der Seite über die Stiftleiste hinaus ragen, auf der die beiden äußeren Anschlüsse miteinander verbunden sind.

Ursprünglich hatte ich in Erwägung gezogen, den Prozessorlüfter auch durch ein Modell mit geringeren Drehzahlen zu ersetzen. Einerseits zeigte es sich, dass das nicht erforderlich war, andererseits hätte es aber auch zusätzliche Arbeiten am Stecker erfordert. Der Lüfter selbst wird 4-polig angeschlossen. Den fünften Pin verwendet HP damit das Mainboard den angeschlossenen Kühler erkennen kann (Standard oder High-End). Bei einem Lüftertausch hätte diese Anschlussbelegung entsprechend nachgebildet werden müssen.

Zusätzlicher Gehäuselüfter vorne

Zum Einbau eines zusätzlichen Lüfters sieht HP einen Kunststoffeinsatz vor, welcher zu obszön hohen Preisen erhältlich ist. Anstelle dessen habe ich eine in Form und Abmessungen ungefähr passende Brotdose gekauft. Für Lüfter und den im Frontbereich verlaufenden Kabelbaum wurde diese mit Löchern versehen. Zur Befestigung nutze ich Bindedrähte die durch Löcher in der Dose sowie dem Gehäuse geführt wurden. Eine Lage Moosgummi dient sowohl als Dichtung als auch zur Schwingungsdämpfung.

Netzteil-Lüfter

Für den Lüfter im Netzteil muss letzteres geöffnet werden (Netzspannung, Lebensgefahr!). Nach Entfernen der Führungsnasen passt der Lüfterstecker auch hier, die Pinbelegung ist aber verdreht – Das Netzteil verweigert so seinen Dienst. Bei meinem Austauschlüfter konnte ich die Steckkontakte, durch Herunterdrücken der Rastnasen, aus dem Stecker heraus ziehen und in umgekehrter Reihenfolge wieder einstecken.

Geteiltes Leid ist halbes Leid?

Mit diesem Beitrag möchte ich eine Geschichte und damit verknüpfte Gedanken niederschreiben – oder auch: los werden – welche mich seit längerer Zeit beschäftigt. Soviel vorweg: Es wird kein Gute-Laune-Beitrag, denn es geht um das Thema Depression.

Knapp jeder fünfte Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an einer depressiven Störung (Quelle). Umso erstaunlicher ist es, wie wenig diese Krankheit im Bewusstsein unserer Gesellschaft ist, und noch mehr, wie schwer es ist, Hilfe zu finden. Um meine Erfahrungen als Außenstehender soll es im Folgenden gehen.

Kontext:
Eine Kollegin ist, so lange ich sie kenne, etwas … kompliziert. Soziale Situationen überfordern sie manchmal. Ihre Entscheidungen und ihr Handeln folgen Teils einer ganz eigenen Logik, die für Außenstehende nicht immer nachvollziehbar ist. Dazu kommen, in sehr ausgeprägter Form, Ehrgeiz und hohe Ansprüche an sich selbst. In letzter Konsequenz führt dies zu extremen Stresssituationen, Überforderung, Ängsten und Verzweiflung.

Ich habe meist ein offenes Ohr für meine Mitmenschen und kann mich schwer abwenden wenn ich bemerke dass es ihnen schlecht geht. So kam es, dass ich irgendwann versuchte, meiner Kollegin aus einem Stimmungstief heraus zu helfen, woraus sich nach und nach eine Vertrauensbeziehung entwickelte. Leider war mein seelischer Beistand nicht genug, die Situation eskalierte zunehmend. Auf Phasen relativer Ruhe folgten, oft ausgelöst durch externe Stressfaktoren, immer heftigere Zusammenbrüche. Und irgendwann dann das erste Mal laut ausgesprochene Suizidgedanken.

Exkurs: Suizid
Der Gedanke an Suizid ist für meinen Verstand so skurril, so abwegig, wie es überhaupt nur ein Gedanke sein kann. Ich kann begreifen, dass unheilbar degenerativ erkrankte Menschen oder solche in vergleichbaren Ausnahmesituationen den Wunsch nach einem selbstbestimmten, schmerzlosen Tod in Würde haben. Aber davon abgesehen? Das überschreitet die Grenzen meines Verstandes.

Dass meine Kollegin diese Gedanken äußerte, bewirkte zwei Dinge. Ab diesem Zeitpunkt war für mich vollkommen klar, dass sie professionelle Hilfe braucht. Zugleich wollte, konnte ich sie nicht Stich lassen. Ich fühlte mich verantwortlich. Und damit auch völlig überfordert. Überfordert damit, in einer Situation gefangen zu sein, die ich nicht selbst kontrollieren konnte. Ich wusste um ihren Zustand, konnte aber lange mit niemandem darüber reden. Ich war zum Zusehen verdammt, konnte doch nur sie selbst die Entscheidung treffen, professionelle Hilfe aufzusuchen.

Hilfe zu finden erwies sich, nachdem der Entschluss endlich gefasst war, dann als unglaublich schwierig. Im Hinblick darauf, dass sowohl die erkrankte Person als auch Angehörige und Freunde mit der Situation überfordert sind, wäre es wünschenswert eine Anlaufstelle zu haben, die geeignete Angebote kennt, vermittelt und den Prozess organisatorisch begleitet. Tatsächlich wurde meine Kollegin, nachdem sie sich an ihren Hausarzt wandte, an eine Psychiaterin verwiesen. Diese riet, im Hinblick auf eine drohende Depression, dringend zu eine psychotherapeutischen Behandlung – und schickte meine Kollegin mit einer Liste von ebensolchen Therapeuten wieder nach Hause. Einen Therapieplatz zu erhalten ist ein Glücksspiel. Selbst einen Therapeuten nur ans Telefon zu bekommen ist bei telefonischen Sprechzeiten von einmal wöchentlich 15 oder 30 Minuten eine Herausforderung, insbesondere für einen berufstätigen Menschen mit einer psychischen Erkrankung!

Nach einer weiteren Phase relativer Ruhe folgte dann, die nächste Eskalationsstufe: Meine Kollegin fügte sich wiederholt gezielt Schnittwunden an den Unterarmen zu. „Nur“ oberflächlich, aber das genügte für mich. Abwarten war ausgeschlossen, Hilfe war so schnell wie möglich nötig. Wie schlecht es ihr ging, nahm sie dabei gar nicht wahr. Ich dachte darüber nach, sie in eine Notaufnahme zu bringen, aber sie verneinte in irgend einer Form ein Notfall zu sein, das wären ja nur ernsthaft kranke Menschen. Viel schlimmer anzusehen als die körperlichen Wunden war ihr seelischer Zustand. Ihr Verstand quälte sie – und ich fühlte ihren Schmerz, litt mit ihr.

Schließlich suchten wir eine Beratungsstelle auf. Das Gespräch war vor allem unter einem Gesichtspunkt wertvoll: Ich erfuhr von einer psychiatrischen Ambulanz als mögliche Anlaufstelle für Notfälle. Nach weiteren Schnitten und einem eigentlich schon lange überfälligen Gespräch mit dem Arbeitgeber brachte ich meine Kollegin schließlich in genau diese Ambulanz.

Und an dieser Stelle endet die Geschichte, denn auch wenn erste Schritte getan sind: Meine Kollegin hat noch einen langen Weg vor sich. Nach stationärem Aufenthalt arbeitet sie wieder, aber die Therapie läuft weiter. Mit der Rückkehr in den Alltag ist auch ein Teil der Verantwortung wieder zu mir zurück gekehrt, welche ich in der Ambulanz abgeben konnte. Gleichwohl ist die Situation nun eine andere. Ich muss keine Entscheidungen mehr darüber fällen, was Richtig für meine Kollegin ist, oder was andere erfahren dürfen. Ich muss diese Last nicht mehr alleine tragen.

Und hoffentlich kann ich eines Tages auch meine Flügel als „Schutzengel“ an den Nagel hängen und einfach nur ein Freund für sie sein. Denn einfach nur eine Kollegin ist sie schon lange nicht mehr für mich.

Mind the Gap: MTU-Probleme mit VPN

Dieser Beitrag hat mehr den Charakter einer Gedankennotiz, aber vielleicht hilft er ja auch anderen weiter …

Die Maximum Transmission Unit (MTU) ist ein Parameter, mit dem man bei der Netzwerkkonfiguration in der Regel nicht viel zu tun hat. Ich habe aber in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass es durchaus sinnvoll sein kann, sich die MTU-Konfiguration näher anzusehen wenn VPN-Tunnel sich komisch verhalten und SSH-Verbindungen plötzlich einfrieren, speziell wenn sich der Inhalt der Konsole in größerem Umfang ändert. Die MTU manuell zu reduzieren führt dann in der Regel dazu, dass alle Probleme schlagartig verschwinden. Unter Linux kann (ggf. für das entsprechende Netzwerkinterface angepasst) das folgende Kommando da Abhilfe schaffen.

ip link set dev tun0 mtu 1200

Der Wert von 1200 sollte in der Regel völlig ausreichen, kann ggf. aber auch noch weiter reduziert werden.

Nachtrag: Ähnliche Effekte habe ich in der Vergangenheit auch schon mit einem USB-WLAN-Dongle an einem Raspberry Pi beobachtet. Auch hier wurde offenbar nicht die richtige Link-MTU ermittelt, die Verbindung war unzuverlässig und brach bei intensiverer Nutzung ab.

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